Ausgangslage: Ein überra­schend weicher Markt

Die US-Cyber­­ver­­­si­cherung befindet sich derzeit in einer Phase relativer Stabi­lität. Nach den massiven Prämi­en­er­hö­hungen in den Jahren 2021 und 2022 haben sich die Preise seit 2023 deutlich entspannt. Laut aktuellen Markt­ana­lysen sind die Prämien im Cyber­segment seit Mitte 2022 um bis zu 20 % gefallen, während die Kapazi­täten gestiegen sind. Versi­cherer haben Cyber als profi­tables Segment erkannt und aggressiv Kapazi­täten bereit­ge­stellt, was zu inten­sivem Wettbewerb geführt hat.

Beazley-CEO Adrian Cox bezeichnete den US-Markt zuletzt als „brittle“ – also fragil –, trotz stabiler Preise. Die Rate-Decreases von bis zu 8 % im ersten Quartal 2025 zeigen, dass der Markt weiterhin unter Druck steht. Gleich­zeitig steigen die Risiken durch KI-gestützte Angriffe und komplexe Supply-Chain-Exposures.

Warum die Verhärtung kommt

Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass die aktuelle Phase nicht von Dauer ist:

Steigende Schadenlast:
Ransomware-Zahlungen haben sich im zweiten Quartal 2025 verdoppelt, und die Zahl der Angriffe wächst weiter. Die zuneh­mende Nutzung von KI durch Angreifer verschärft die Lage zusätzlich. [wtwco​.com]

Regula­to­ri­scher Druck:
In den USA und Europa verschärfen sich Daten­­­schutz- und Compliance-Anfor­­de­rungen. Verstöße führen zu hohen Bußgeldern und steigenden Schaden­kosten. [guycarp​.com]

Kapazi­täts­ma­nagement:
Rückver­si­cherer mahnen zu Vorsicht. Sollten die Schaden­quoten steigen, werden Kapazi­täten zurück­ge­fahren – ein klassi­scher Auslöser für Markt­ver­härtung.
S&P prognos­ti­ziert, dass die globalen Cyber­prämien bis 2026 auf 23 Milli­arden USD steigen werden, bei gleich­zeitig selek­tiven Rate-Anpas­­sungen und stren­geren Under­­writing-Standards. Das deutet auf eine bevor­ste­hende Konso­li­dierung hin. [indus​tri​al​cyber​.co]

Zeitho­rizont: Wann wird es ernst?

Die meisten Experten erwarten eine Trend­wende in den USA bereits 2026. Die Kombi­nation aus steigenden Schäden, geopo­li­ti­schen Risiken und einer möglichen „KI-Blase“ könnte den Markt schneller drehen, als viele glauben. Erfah­rungs­gemäß folgt Europa mit einem Zeitversatz von 12 bis 24 Monaten den US-Trends. Das bedeutet: Spätestens 2027 ist auch hierzu­lande mit einer deutlichen Markt­ver­härtung zu rechnen.

Strate­gische Impli­ka­tionen für Unter­nehmen

  • Jetzt langfristige Verträge sichern: Wer heute Kapazi­täten zu günstigen Kondi­tionen einkauft, kann sich gegen künftige Preis­sprünge absichern.
  • Cyber-Resilienz stärken: Versi­cherer werden künftig noch stärker auf technische Sicher­heits­stan­dards achten. Inves­ti­tionen in Prävention sind entscheidend.
  • Portfolio-Diver­­­si­­fi­­kation:Rückver­si­che­rungs­studien zeigen, dass syste­mische Risiken wie Cloud-Ausfälle oder KI-getriebene Angriffe ganze Märkte erschüttern können. Unter­nehmen sollten ihre Risiko­stra­tegie entspre­chend anpassen.

Fazit

Die aktuelle Ruhe im Cyber­markt ist trüge­risch. Wer die Signale aus den USA ernst nimmt, erkennt: Die nächste Markt­ver­härtung steht vor der Tür. Unter­nehmen, die jetzt handeln, sichern sich nicht nur günstige Kondi­tionen, sondern auch strate­gische Vorteile in einem zunehmend komplexen Risiko­umfeld.

Marcel Braun
CEO
hendricks GmbH

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