Die gute Nachricht zuerst:

Die Zahl der Unternehmen mit Schäden durch klassische Ransomware-Angriffe ist rückläufig.

Die schlechte Nachricht:

Die Risiken verschwinden nicht. Sie verändern sich.

Die aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass weiterhin 6 von 10 der deutschen Unternehmen innerhalb eines Jahres von Cyberangriffen betroffen waren. Während Schäden durch Ransomware-Angriffe zurückgehen, nehmen Schäden durch Deepfakes, KI-gestützte Manipulation und automatisierte Betrugsversuche deutlich zu. Gleichzeitig fühlen sich immer weniger Unternehmen gut auf diese Entwicklungen vorbereitet.

Für uns bei hendricks ist das ein klares Warnsignal.

Denn die Bedrohung der Zukunft besteht nicht mehr ausschließlich darin, dass Systeme verschlüsselt werden. Sie besteht zunehmend darin, dass Angreifer Identitäten missbrauchen, Mitarbeitende manipulieren, Zahlungsprozesse umgehen und Daten unbemerkt exfiltrieren. Der Ablauf für den Schaden tritt in den Vordergrund. Nicht immer erfolgt ein Angriff bzw. Attacke. Die Bedrohung muss aus dem Blickwinkel von Versicherungspolicen neu geordnet werden.

Cyberrisiken verlagern sich von der Technik auf Vertrauen und Identitäten

Die Ergebnisse der Bitkom-Befragung zeigen deutlich, wo die größten Schwachstellen liegen:

  • Unzureichende Angriffserkennung
  • Fehlkonfigurationen von Systemen
  • Schwächen im Identitäts- und Zugriffsmanagement

Gleichzeitig haben sich Schäden durch Deepfakes innerhalb eines Jahres verdoppelt und Schäden durch automatisierte Robocalls vervielfacht.
Damit verändert sich auch die Risikolandschaft für Unternehmen.

Wo früher Firewalls und Virenscanner im Mittelpunkt standen, dominieren heute Fragen wie:

  • Wie erkennt ein Unternehmen gefälschte Audio- oder Videoanweisungen?
  • Wie werden Zahlungsfreigaben abgesichert?
  • Wie lassen sich privilegierte Zugänge schützen?
  • Wer bemerkt einen Datenabfluss, bevor er zum Schadenfall wird?

Diese Entwicklung betrifft nicht nur die IT-Abteilung. Sie betrifft Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsgremien unmittelbar. Ein erster Schritt kann eine unabhängige Beratung und Auditierung des eigenen IT-Sicherheitskonzepts auf diese neuen Fragen sein. hendricks gibt mit seinem eigenen Risk-Advisory Team hierzu Antworten

Genau an dieser Stelle entstehen gefährliche Deckungslücken

Viele Unternehmen verfügen heute sowohl über eine Cyberversicherung als auch über eine Vertrauensschadenversicherung (VSV).

Die zunehmende Vermischung von Cyberangriffen, Social Engineering, CEO-Fraud und KI-gestützter Manipulation führt jedoch zu einer entscheidenden Frage:

Welche Police zahlt eigentlich im Schadenfall?

  • Wenn ein Mitarbeiter aufgrund einer täuschend echten Deepfake-Anweisung eine Überweisung freigibt, handelt es sich dann um einen Schaden im Rahmen der Cyber-Police, der Vertrauensschaden-Police oder eines unversicherbaren Betrugsfalles?
  • Wenn Kriminelle Identitäten kompromittieren und Geschäftspartner täuschen, welche Versicherung greift?
  • Wenn Daten abgeflossen sind, aber keine Verschlüsselung stattgefunden hat, sind die daraus entstehenden Kosten tatsächlich gedeckt?

In unserer Beratungspraxis stellen wir immer wieder fest, dass sich scheinbar umfassende Absicherungskonzepte bei genauer Prüfung als lückenhaft erweisen.

Nicht weil keine Versicherung vorhanden wäre. Sondern weil die Schnittstellen zwischen Cyber-, VSV-, D&O- und anderen Policen nicht ausreichend kommuniziert und aufeinander abgestimmt wurden.

Der Berliner Cyberangriff zeigt die neue Realität

Der aktuelle Angriff auf das Berliner Landesnetz verdeutlicht, wie stark sich das Risikobild verändert hat.

Im Mittelpunkt stehen für Opfer und Täter nicht primär eine flächendeckende Verschlüsselung von IT-Systemen, sondern die mögliche Entwendung sensibler Daten. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Angreifer bereits mehrere Tage im Netzwerk aktiv, bevor die Kompromittierung entdeckt wurde.

Genau dieses sogenannte Detection-Problem identifiziert die Bitkom-Studie als eine der größten Herausforderungen für Unternehmen.

Die eigentlichen Kosten entstehen dabei häufig nicht durch die technische Wiederherstellung allein.

Sie entstehen durch:

  • Datenschutz- und -vertraulichkeitsverletzungen
  • Informationspflichten gegenüber Betroffenen
  • Krisenkommunikation
  • Reputationsschäden
  • Forensische Untersuchungen

Viele dieser Kostenblöcke werden bei der Gestaltung des Versicherungsschutzes noch immer unterschätzt.

Richtig cyberversichert ist heute weit mehr als Schutz vor Ransomware

Die Frage, die jedes Unternehmen sich stellen sollte lautet nicht, ob es eine bestehende Cyberpolice gibt, sondern:

Ist die Absicherung auf die tatsächlichen Bedrohungen der Gegenwart und Zukunft ausgelegt?

Unternehmen sollten insbesondere auch prüfen:

  • Sind Deepfake- und Social-Engineering-Szenarien eindeutig versichert?
  • Greifen Cyber- und VSV-Deckungen nahtlos ineinander?
  • Sind Zahlungsmanipulationen und CEO-Fraud ausreichend abgedeckt?
  • Besteht Schutz bei Datenabfluss ohne Verschlüsselung?
  • Sind Krisenkommunikation, Forensik, Datenschutzverfahren und Benachrichtigungskosten angemessen berücksichtigt?
  • Werden Betriebsunterbrechungen bei kritischen Dienstleistern ausreichend abgesichert?
  • Wurde der Versicherungsschutz bereits auf neue KI-basierte Bedrohungen überprüft?

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Cyber-Resilience-Check

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Cyberkriminalität wird nicht geringer. Sie wird intelligenter.

Deshalb sollten Unternehmen ihre Cyber- und VSV-Programme jetzt einem umfassenden Belastungstest unterziehen. Besonders wichtig sind dabei auch die Themen Angriffserkennung, Identitätsmanagement, Zahlungsprozesse, Deepfake-Schutz und die Abstimmung der verschiedenen Versicherungslösungen.

Bei hendricks begleiten wir Unternehmen, Vorstände und Geschäftsführer dabei, Cyber- und Vertrauensschadenkonzepte technisch und bedingungsseitig ganzheitlich zu erkennen und zu prüfen sowie an die neue Risikorealität anzupassen.

Denn die größte Gefahr ist heute nicht der Angriff, den man verhindert. Die größte Gefahr ist der Schaden, von dem man glaubt, er sei versichert, obwohl er es nicht ist.

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